17 Juni, 2026
Wie VINCI mit RIB 4.0 Transparenz, Flexibilität und Datensouveränität aufbaut

„Diese Transformation hin zu einer Plattform war für uns das Wichtigste: ein Datenökosystem aufzubauen, damit wir nach 2030 auch Schritte in Richtung KI/industrielle Modelle gehen können. Zuerst wollen wir jedoch eine Grundlage schaffen – eine Datengrundlage –, damit wir uns darauf aufbauend weiter verbessern können.“

Dirk Ebersbach, Innovation Director, VINCI Construction

Der Kunde

VINCI Construction ist weltweit führend in den Bereichen Konzessionen, Energie und Bau und plant sowie realisiert große Infrastruktur- und Bauprojekte rund um den Globus. Die Mission besteht darin, Infrastruktur und Anlagen zu entwerfen, zu finanzieren, zu bauen und zu betreiben, die zur Beschleunigung der Transformation von Lebensräumen, Infrastruktur und Mobilität beitragen sowie durch einen humanistischen, inklusiven und unterstützenden Ansatz sozialen Fortschritt fördern. VINCI Construction Deutschland ist Teil der VINCI Group und zählt zu den führenden Bauunternehmen in Deutschland.

Die Mission

Im Rahmen seiner Zukunftsstudie Infrastructure Construction 2030 untersuchte VINCI Construction zentrale Fragen zur Zukunft der Branche: Wie wird sich die Bauindustrie entwickeln, und wie werden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren verändern?

Zur Unterstützung seiner langfristigen Strategie suchte VINCI vollständig integrierte und digitale Prozesse, die mit seiner Zukunftsvision übereinstimmen und gleichzeitig Transparenz, Flexibilität und Datensouveränität in den Abläufen verbessern.

Die Lösung

Als langjähriger und zufriedener RIB iTWO-Kunde prüfte VINCI, wie die Plattform RIB 4.0 seine strategischen Ziele unterstützen und stärker integrierte digitale Workflows ermöglichen kann.

Nach einem erfolgreichen Proof of Concept im Jahr 2025 bestätigte VINCI das Potenzial der RIB-Lösungen, die digitale Transformation und die Entwicklung zukunftsfähiger Infrastrukturen zu unterstützen.

Das Ergebnis

Mit der Entscheidung für RIB 4.0 schuf VINCI eine starke Grundlage für vernetzte, durchgängige digitale Prozesse über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg.

Die Lösung unterstützt zentrale operative Bereiche wie

  • Kostenermittlung
  • Strategische Kostenplanung
  • Beschaffung
  • SB2/SB3-Prozesse
  • Mengenermittlung und Abrechnung

Durch die Integration dieser Funktionen in eine einheitliche digitale Plattform möchte VINCI Workflows optimieren, Datentransparenz erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Teams stärken. Dieser Ansatz schafft die Grundlage für deutliche Verbesserungen in der Projekteffizienz und treibt die umfassende digitale Transformationsstrategie des Unternehmens voran.

"Wir wollen keine Datensilos aufbauen. Wir wollen durchgängige Datenflüsse – vom ersten Projektschritt bis zur Rechnungsstellung."

Dirk Ebersbach, Innovation Director, VINCI Construction

Über etablierte Prozesse hinaus: Vom bewährten System zur Zukunftsplattform

VINCI Construction Deutschland ist mit RIB iTWO bestens vertraut und nutzt das Tool seit vielen Jahren mit hoher Akzeptanz in der Organisation. Die Lösung unterstützt seit Langem zentrale Prozesse wie Kalkulation, Beschaffung und Projektsteuerung.

Mit der Weiterentwicklung der Bauindustrie erkannte VINCI, dass zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eine langfristigere Strategie erfordert – mit Fokus auf vernetzten Prozessen, Produktivitätssteigerung und einer datengetriebenen Umgebung zur besseren Entscheidungsfindung.

Ziel war es, von einzelnen Systemen und isolierten Arbeitsabläufen zu einer integrierten End-to-End-Plattform überzugehen, die den gesamten Projektlebenszyklus abbildet – von der ersten Kostenschätzung über Beschaffung und Ausführung bis hin zur finalen Abrechnung.

Dabei stellte sich VINCI grundlegende Fragen:

  1. Wie wird sich die Produktivität im Bauwesen entwickeln?
  2. Wie werden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern?
  3. Wie müssen interne Prozesse angepasst werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben?

Auf dieser Basis entstand die Strategiestudie Infrastructure Construction 2030, die zentrale Handlungsfelder für die kommenden Jahre definierte – insbesondere die deutliche Steigerung der Produktivität in Planung und Arbeitsvorbereitung sowie neue Formen der datenbasierten Zusammenarbeit.

Zur Bewertung der technologischen Grundlage führten VINCI und RIB einen Reifegradcheck und einen Proof of Concept (PoC) mit RIB 4.0 durch.

"Ich brauche Daten, die ich verknüpfen kann. Das war mit der bisherigen Lösung nicht einfach möglich."

Dirk Ebersbach, Innovation Director, VINCI Construction

Aufbau einer Plattform und eines Datenökosystems der nächsten Generation

Die Strategie­studie Infrastructure Construction 2030 untersuchte, wie sich Bauprozesse weiterentwickeln müssen, um in den kommenden Jahren spürbare Produktivitätssteigerungen zu erzielen. Dabei wurde festgestellt, dass Verbesserungen der Produktivität wahrscheinlich in erster Linie aus besserer Planung, Vorbereitung und digitaler Integration resultieren werden – und nicht allein aus schrittweisen Verbesserungen auf der Baustelle.

Durch die Optimierung von Arbeitsabläufen bereits vor Beginn der Bauarbeiten können Bauunternehmen Ineffizienzen reduzieren, die Abstimmung verbessern und Ressourcen effizienter einsetzen.

Gleichzeitig identifizierte VINCI eine zweite zentrale Anforderung: die Auflösung klassischer Datensilos. Moderne Bauprojekte erzeugen große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen – etwa Projektmanagementsystemen, Finanztools, Maschinendaten und Baustellenmessungen. Der Mehrwert entsteht erst, wenn diese Daten miteinander verknüpft und gemeinsam analysiert werden.

Deshalb entwickelte VINCI die Vision eines plattformbasierten Datenökosystems, in dem Systeme miteinander kommunizieren und Projektinformationen nahtlos durch die Organisation fließen.

RIB 4.0 wurde dabei zum zentralen Enabler:

  • Strukturierung und Steuerung von Kernprozessen
  • Integration externer Systeme wie SAP, mobile Datenerfassung und Geräteinformationen
  • Aufhebung isolierter Datenhaltung zugunsten kombinierbarer und wiederverwendbarer Daten

Dies schafft ein neues Maß an Transparenz und bildet die Grundlage für tiefgehende Analysen und Automatisierung. Gleichzeitig unterstützt es das langfristige Ziel, eine stabile Datengrundlage für Innovationen wie KI und industrialisierte Bauprozesse nach 2030 aufzubauen.

"Diese Plattform muss ‚sprechen‘ können. Ein geschlossenes System ist für die Zukunft ungeeignet. Ich muss heute Daten verbinden, morgen andere Daten hinzufügen, Daten exportieren und kombinieren können.“

Dirk Ebersbach, Innovation Director, VINCI Construction

Validierung von RIB 4.0 für durchgängige digitale Prozesse

VINCI führte 2025 einen umfassenden Proof of Concept durch, um zu prüfen, ob RIB 4.0 die strategischen Anforderungen erfüllt.

Die Bewertung konzentrierte sich auf praxisnahe Arbeitsabläufe unter Einbeziehung von Fachkräften aus der gesamten Organisation – Kalkulatoren, Einkaufsleiter, Bauleiter und Abrechnungsspezialisten waren alle in den Systemtest eingebunden.

Zunächst erhielten sie Schulungen zu den neuen Prozessen, die sie anschließend auf ihre eigenen Projekte anwenden konnten. In praxisorientierten Workshops prüften sie, ob RIB 4.0 die optimierten Workflows von VINCI unterstützen und messbare Verbesserungen liefern kann, wobei klare Erfolgskriterien von Anfang an definiert wurden.

Diese Kriterien ermöglichten es dem Team, objektiv zu bewerten, ob die Plattform ihre Anforderungen erfüllt, und vermieden subjektive Einschätzungen, die auf geringfügigen Unterschieden in der Benutzeroberfläche basieren.

Das Ergebnis: RIB 4.0 konnte bestehende Prozesse nicht nur abbilden, sondern in einer integrierten Umgebung deutlich verbessern.

Zu den im Rahmen des Proof of Concept validierten Kernfunktionen gehörten:

  • Durchgängige digitale Prozesse von Kalkulation bis Abrechnung
  • Strategische Angebotskalkulation und Szenarioanalysen
  • Integrierte Beschaffung auf Basis von Projektkalkulationen
  • Ausführungskalkulationen und Prognosen während der Projektabwicklung
  • Aufmaß- und Abrechnungsprozesse, die mit Projektdaten verknüpft sind

Darüber hinaus erwiesen sich mehrere technische Fähigkeiten als entscheidend für die zukünftige Strategie von VINCI, darunter projektübergreifendes Reporting, webbasierter Zugriff, die Integration mobiler und baustellenbezogener Anwendungen sowie die Möglichkeit, externe Datenquellen anzubinden.

Die offene Architektur der Plattform ermöglicht es den Teams, Daten aus Baumaschinen, Drohnenplattformen, mobilen Messsystemen und anderen Quellen zu integrieren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Informationen über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg fließen können.

Besonders vielversprechend sind die erwarteten Verbesserungen bei Transparenz und Zusammenarbeit. Da Projektdaten systemübergreifend vernetzt werden, werden Informationen, die in irgendeiner Phase des Lebenszyklus erfasst werden, für alle Beteiligten sichtbar und nachvollziehbar – sowohl auf der Baustelle als auch im Büro.

Durch die Verknüpfung von Planung, Kalkulation, Ausführung und Kostencontrolling wird VINCI in der Lage sein, die Projektleistung ganzheitlicher zu analysieren und zukünftige Angebote sowie operative Prozesse kontinuierlich zu optimieren.

Nach dem erfolgreichen Proof of Concept wurde deutlich, dass RIB 4.0 das Potenzial hat, in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation von VINCI zu spielen. Die Implementierung ist derzeit im Gange, und die ersten Geschäftsbereiche stehen kurz vor der Umstellung.

Mit Beginn des Rollouts wird sich das Unternehmen darauf konzentrieren, konkrete operative Vorteile aufzuzeigen und innerhalb der Organisation Dynamik aufzubauen. Letztlich geht es bei der Transformation von VINCI um mehr als nur die Einführung neuer Software – es geht darum, höhere Produktivität, mehr Transparenz und fundiertere Entscheidungen im gesamten Unternehmen zu ermöglichen, sobald die Lösung vollständig eingeführt ist.

Damit legt das Unternehmen buchstäblich den Grundstein für die nächste Generation des Infrastrukturbaus.

„Die Arbeitsweise selbst hat sich nicht grundlegend verändert – ich habe sie nur einfacher gemacht. Transparenter und nachvollziehbarer für alle. Das ist ein großer Vorteil.“

Dirk Ebersbach, Innovation Director, VINCI Construction