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Bauausführung neu gedacht – auf Basis von 3D-Modellen

18 November, 2025
6 Minuten Lesezeit

Bauausführung neu gedacht – auf Basis von 3D-Modellen

Die HTG Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH weiß die modellorientierte Kalkulation zu schätzen. Doch bei der Preisfindung soll die digitale Projektbearbeitung nicht enden. Die Idee ist, ein as-built-Modell zur Dokumentation des gesamten Bauprozesses zu etablieren. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen insgesamt vier Softwaresysteme aus dem Hause RIB eingeführt.

Moderne Technologie trifft auf gut ausgebildete und erfahrene Fachkräfte

Die HTG GmbH mit Stammhaus in Gadebusch, Mecklenburg-Vorpommern, ist seit über 60 Jahren auf den Schlüsselfertigbau von Wohnhäusern, gewerblichen Immobilien und Spezialimmobilien fokussiert. Das Bauunternehmen beschäftigt ca. 200 Mitarbeitende und setzt auf modernste Bautechnik plus hervorragend ausgebildete und erfahrene Fachkräfte. Heute zählt HTG zu den modernsten und leistungsfähigsten Baudienstleistern im norddeutschen Raum.

Die modellorientierte Projektbearbeitung ist bei HTG fester Bestandteil der Firmenstrategie. Kalkulierende arbeiten bereits seit Jahren mit dreidimensionalen Modellen, die innerhalb des Unternehmens mit einer ergänzenden Software zur 3D-Modellierung erstellt werden. Sie sind in der Lage, Massen abzuleiten und Angebotspreise zu kalkulieren. Diese Vorteile des digitalen Bauens werden im Unternehmen enorm geschätzt. Ziel ist es, das Modell mittel- bis langfristig fest im Workflow der gesamten Bauausführung zu verankern. „Wir möchten künftig über die Preisfindung hinaus mithilfe von 3D-Modellen arbeiten. Die Idee besteht darin, etwa Massen für Nachträge aus den Modellen abzuleiten und ein as-built-Modell zu definieren, mit dem wir in der Lage sind, den gesamten Bauprozess durchgängig zu dokumentieren“, berichtet Dr. Michael Cratzius, Geschäftsführer der HTG Hoch- und Tiefbau GmbH.

Diese strategischen Überlegungen werden mithilfe der Softwareprogramme von RIB umgesetzt. Die Anwendungen RIB iTWO, RIB Finance, RIB 4.0 und RIB Site sind seit 2021 bei HTG im Einsatz. Alle IT-Systeme des Stuttgarter Softwareherstellers werden in einem Rechenzentrum innerhalb Europas gehostet. Dadurch bleibt der Aufwand für Wartung und Pflege für das Unternehmen überschaubar und die Versorgung ist durch das etablierte Softwarehaus RIB nachhaltig gesichert. Dr. Michael Cratzius betont, er glaube an mobiles Arbeiten, was eine Verfügbarkeit aller projektbezogenen Informationen über sämtliche mobile Endgeräte unabdingbar macht. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung zugunsten des Hostings in einem Rechenzentrum des Softwareanbieters.

Neue digitale Workflows für Kalkulation und Rechnungsbearbeitung

Die Umstellung der Kalkulation vom Vorgängersystem auf RIB iTWO stellte keine große Hürde dar. Der im Unternehmen etablierte Workflow konnte nach der Neudefinition technischer und kaufmännischer Kostenarten bestehen bleiben. Für die Bearbeitung von Rechnungen wurde ein komplett neuer, zentraler und unternehmensspezifischer Workflow mit den Programmen RIB Finance und RIB 4.0 definiert und umgesetzt. „Dank RIB Finance und RIB 4.0 sind wir nun in der Lage, die durchschnittlich 20.000 bis 30.000 Eingangsrechnungen pro Jahr revisionssicher zu bearbeiten. Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten aus dem Hause RIB wurde ein vollkommen durchgängiger automatisierter Prozess geschaffen“, berichtet Geschäftsführer Dr. Cratzius. Im ersten Schritt werden mit dem Programm Squeeze Extract von Dexpro Solutions Informationen aus PDF-Rechnungen optisch ausgelesen und digital verarbeitet. Im Anschluss an erste Prüfungen folgt die Übergabe an RIB 4.0. Projektleiter und weitere Verantwortliche erhalten die Rechnungen über einen eigens definierten Prozess und nehmen zusätzliche Prüfungen vor. Am Ende steht ein Transfer nach RIB Finance mit weiteren vollautomatisierten Checks. Die Konten, an die die Rechnungsbeträge überwiesen werden, unterzieht das Programm in dieser Phase nochmals einer Prüfung auf Richtigkeit.

Profis bei RIB und HTG arbeiten Hand in Hand

Die Migration vom Vorgängerprogramm in die RIB-Systeme verlief zügig und weitgehend reibungslos. Die einzelnen Schritte des Datentransfers erforderten allerdings verschiedene Nachbearbeitungen seitens des Herstellers, wie Dr. Michael Cratzius verrät: „So war zum Beispiel die Bearbeitungsgeschwindigkeit anfangs noch nicht perfekt. Unsere Wünsche konnten jedoch allesamt nach und nach durch das kompetente und stets verständnisvolle Personal von RIB umgesetzt werden.“

Des Weiteren kommt bei HTG die Software RIB Site auf den Baustellen zum Einsatz. Die Fotodokumentation etwa erfolgt mit dem RIB-System, genau wie die Erstellung der Bautagesberichte.

Auf der Agenda stehen weitere Workflows in RIB 4.0, wie beispielsweise die Leistungsabrechnung, die Leistungsfeststellung oder das Projektcontrolling. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen, sodass diese Aufgabenbereiche in Kürze – gemeinsam mit den RIB-Expertinnen und -experten – angegangen werden können. Die Mitarbeitenden ziehen bei den neuen Prozessen sehr gut mit. Hierfür sorgt ein junges, besonders IT-affines Fach- und Führungsteam im Hause HTG, das die Softwareeinführung von Beginn an aktiv begleitet und die Teams im Unternehmen erfolgreich unterstützt hat.

Neue Workflows im Tagesgeschäft etabliert

Dr. Michael Cratzius fasst zusammen: „RIB 4.0 ist ein äußerst leistungsfähiges IT-System, das die Möglichkeit bietet, schnell an wichtige Projekt- und Unternehmensinformationen zu gelangen. Im Zuge der Umstellung funktioniert zwar nicht immer alles sofort und von heute auf morgen, aber mit dem zuverlässigen Partner RIB waren wir in der Lage, sehr gute Workflows für unser Unternehmen zu schaffen, die sich im Tagesgeschäft bewährt haben.“

Bildunterschriften:

1.Luftaufnahme AKS: Baumaßnahme in der August-Krogmann-Straße in Hamburg. Die HTG Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH errichtete dort als GU in mehreren Bauabschnitten ca. 500 Wohneinheiten für die Auftraggeber SAGA sowie Fördern & Wohnen.

Luftaufnahme AKS: Baumaßnahme in der August-Krogmann-Straße in Hamburg.

2. Kulturmühle: Kulturmühle Parchim in Parchim. Die HTG GmbH modernisierte im Auftrag des Landkreises Ludwigslust-Parchim als GÜ einen alten Speicher. Entstanden ist ein Museum. Parallel errichtete das Unternehmen einen Neubau mit Theater und Restaurantbereich.

Kulturmühle: Kulturmühle Parchim in Parchim.

3. Baufeld 97 in der Hafencity Hamburg. Für insgesamt vier Bauherren realisierte die HGT GmbH hier 155 Eigentums- und Mietwohnungen.

Baufeld 97 in der Hafencity Hamburg.

Bildnachweis: HTG Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH

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