8 Juli, 2026
Vollkommen durchgängige Projektbearbeitung mit RIB iTWO
8 Juli, 2026
8 Minuten Lesezeit

Modellorientiertes Baumanagement sorgt für Zeitersparnis und Datenkontrolle

Die Diete + Siepmann Ingenieurgesellschaft mbH ist ein inhabergeführtes Ingenieurbüro mit Stammhaus in Kaarst, Nordrhein-Westfalen und Anbieter für Baumanagement für eine Vielzahl von Immobilien: Von Verwaltungs- über Produktionsgebäude, Hotels, Einzelhandels- und Gastronomieimmobilien bis hin zu Wohnhäusern, Museen, Schulen und nicht zuletzt Logistik-, und Multifunktionsobjekten deckt das Unternehmen ein breites Spektrum ab. Die professionelle, ergebnisorientierte Zusammenarbeit der Teams des Hauses sowie die Interaktion mit weiteren Projektbeteiligten, wie Architekten, Projektentwicklern oder bauausführenden Unternehmen, stellt die Weichen für ein zielorientiertes und termingerechtes Bauen. Die Ingenieurinnen und Ingenieure bei Diete + Siepmann gelten als Profis für Kostenmanagement und die Inhalte der Leistungsphasen 6 bis 8 der HOAI. Sie agieren, je nach Projektanforderung, als verantwortliches Büro im Rahmen von Einzel- oder Paketvergaben mit einer vollumfänglichen Objektüberwachung oder einer systematischen Qualitätssicherung aufbauend auf einer FLB-Vergabe (Funktionale Leistungsbeschreibung) und verbinden dabei dreidimensionalen und Informations-angereicherte Modellen mit Ihren Leistungen.

Expertenteams heben Projektbearbeitung auf neues Level

Im Jahr 2021 wurde die Software RIB iTWO, zunächst lediglich für die Aufgabenbereiche Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung, bei Diete + Siepmann implementiert. Ziel war es, sämtliche Aufgaben, die im Unternehmen bislang über umfangreiche Excel-Tabellen bearbeitet worden waren, in ein einheitliches IT-System zu überführen. Da die Geschäftsführung dem Thema Datendurchgängigkeit und der Arbeit mit einem integrierten Softwaresystem für alle Aufgaben im Baumanagement einen hohen Stellenwert einräumte, kam mit Markus Pichler 2024 ein echter Experte für RIB iTWO ins Unternehmen. Als Hauptverantwortlicher für Implementierung und Datenbankaufbau sollte unter seiner Federführung die Projektarbeit mit RIB iTWO auf Basis eines neuen Contents auf ein höheres Level gehoben werden. Er holte sich dabei Unterstützung von Jim Zander, Spezialist für die digitale Prozessoptimierung im Baubereich und baute ein von der Projektarbeit freigestelltes Kernteam im Unternehmen für die Software RIB iTWO auf. Ihr Job: Die Definition von Stammdaten für die Bereiche Technische Gebäudeausstattung und Architektur, die Entwicklung eines Contents und nicht zuletzt ein intensiver Wissenstransfer an sämtliche Projektteams, die ihre Projekte künftig ausschließlich mit der Software von RIB bearbeiten sollen.

Flexibler Content für verschiedene Fachplanungsbereiche

„Entscheidend ist vor allem die Flexibilität des Contents, was Modelldaten angeht“, erklärt BIM-Experte Jim Zander. „Im Baumanagement werden Modelle nicht im eigenen Haus mit einer eigenen Autorensoftware erstellt. Diete + Siepmann hat und benötigt keine CAD-Lizenzen, sondern arbeitet ausschließlich mit Modellen von anderen Architektur- und Fachplanungsbüros. Aus diesem Grund hat das Unternehmen auch keinerlei Einfluss auf die Parametrik“, führt er weiter aus.

Die Stammdaten und Regeln für die modellbasierte Arbeit in RIB iTWO entwickeln im Ingenieurbüro jeweils Profis für dedizierte Fachplanungsbereiche, wie Sanitär-, Heizungs- oder Lüftungsplanung. Jedes individuelle Projekt gibt dabei vor, welche spezifischen Attributregeln, die als Grundlage dienen, am Ende greifen. Es erfolgt ein Mapping der Materialparameter auf standardisierte Parameter, um die Mengen zu ermitteln. Oftmals sind bei neuen Projekten einmal mehr Ergänzungen in den Regeln erforderlich, da immer wieder neue, noch nicht so verwendete Bauteile dazukommen.

Ein Prozess, der im TGA-Bereich nach Angaben von Jim Zander bereits sehr gut funktioniert. Nutzerinnen und Nutzer berichten, dass die Ausschreibungen oftmals in kurzer Zeit fertiggestellt seien und sich die Daten außerdem gut kontrollieren ließen, da im Modell auffindbar. „Insbesondere der zentrale Ort der Dokumentation wird von den Mitarbeitenden geschätzt“, konstatiert der BIM-Spezialist.

Die Relevanz von Abstimmungsprozessen mit Projektpartnern

Bei Architekturmodellen fehlen noch einige Bauteilinformationen – das kann zum Beispiel die Druckfestigkeitsklasse einer Wand sein – weshalb das Unternehmen immer dann, wenn konkrete Klassifizierungen nicht möglich sind, mit Annahmen arbeitet. „Abstimmungsprozesse und eine enge Zusammenarbeit mit den Planern ist bei der Erstellung von Parametrisierungslisten entscheidend“, fügt Markus Pichler hinzu.

„Die Architekturbüros und Bauherren gestalten für gewöhnlich das Mapping mit uns zusammen. Das funktioniert teilweise auch schon gut, insgesamt befinden wir uns allerdings noch in einer Findungsphase“

Markus Pichler

Markus Pichler beschreibt das modellorientierte Arbeiten in der Bauleitung als spannend. „Es hat seinen Reiz“, betont der Implementierungsverantwortliche. Entscheidend für den Erfolg sei insbesondere die Geschäftsführung, die zu jederzeit hinter den neuen Prozessen stehe. Vor allem auch deshalb, da es Zeit brauche, die Belegschaft für das neue Mindset RIB iTWO statt Excel-Tabellen zu begeistern.

Checklisten für BIM-Modelle

Das bestätigt auch Zander: „IFC-Modelle sind nicht gleich IFC-Modelle. Es hängt immer davon ab, aus welchem Autorensystem sie stammen und wie genau der Modellierer arbeitet. Hier gibt es unterschiedliche Stile. Markus Pichler und ich haben für die Prozesse bei Diete + Siepmann daher eine Checkliste erstellt, nach der neue Modelle zunächst analysiert und später entsprechend bearbeitet werden“, berichtet er.

Von RIB iTWO ist Jim Zander begeistert. Die RIB-Software sei die einzige am Markt, mit der sich mittels selbst definierten Formeln Modelle komplett neu berechnen und daraus Leistungsverzeichnis-Positionen (LV-Positionen) generieren und praktisch in Echtzeit anpassen lassen.

„Das kann kein anderes AVA-Programm am Markt. Diese ziehen die Mengen lediglich aus der Autorensoftware“

Jim Zander

RIB iTWO: Durchgängigkeit als Alleinstellungsmerkmal

Als nächste Schritte sind bei Diete + Siepmann jetzt Kostenverfolgung, Rechnungsprüfung und Nachtragsmanagement mit RIB iTWO geplant. „Wir möchten RIB iTWO mittel- bis langfristig in vollem Umfang nutzen“, berichtet Markus Pichler. Beide Profis sind sich einig, dass die Software zwar komplex sei und eine umfangreiche Einarbeitung erforderlich mache, diese vollkommen durchgängige Projektbearbeitung in dieser Weise allerdings ausschließlich mit der RIB-Software möglich sei. „Mit RIB iTWO sind wir bestmöglich gerüstet – auch für große Projekte mit unterschiedlichen Kostenträgern. Die Arbeit mit dem Programm macht Spaß und bringt dabei die gewünschte Wertschöpfung. Was wollen wir mehr“, so das Resümee von Markus Pichler.

Bildunterschriften:

1. Karlsgärten Berlin. Das Gebäude vereint modernes Arbeiten und nachhaltiges Bauen im Herzen Berlins. Das Bestandsbürogebäude wird dabei weiter genutzt und durch einen Holzhybridbau ergänzt. Die Diete + Siepmann Ingenieurgesellschaft mbH verantwortete die Leistungsphasen 6-8.

Moderne Außenansicht des Projekts Karlsgärten Berlin mit dem neuen Holzhybridbau-Teil. Die Diete + Siepmann Ingenieurgesellschaft mbH verantwortete die Leistungsphasen 6-8.

2. Die CA Immo realisiert unter Berücksichtigung der ESG-Standards ein zukunftsfähiges Bürogebäude, das den Einsatz von Solarenergie im Rahmen eines effizienten Versorgungskonzepts vorsieht und die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft integriert.

Architektur-Rendering oder Detailaufnahme des nachhaltigen Bürogebäudes der CA Immo mit Fokus auf Solarenergie.

Bildnachweis 1 und 2: CA Immo Deutschland GmbH.

3. Fassadenpositionen Projekt Karlsgärten. Diete + Siepmann arbeitet stets mit den Modellen anderer Architektur- und Fachplanungsbüros. Eine enge Zusammenarbeit mit den Planern sei bei der Erstellung von Parametrisierungslisten immerzu entscheidend.

Technische Darstellung der Fassadenpositionen des Projekts Karlsgärten in einer Planungssoftware.

4. Kostenberechnung in RIB iTWO. Nach Angaben von Jim Zander sei die RIB-Software die derzeit einzige am Markt, mit der sich mittels selbst definierter Formeln Modelle komplett neu berechnen und daraus Leistungsverzeichnis-Positionen (LV-Positionen) generieren und praktisch in Echtzeit anpassen lassen.

Screenshot der Software-Benutzeroberfläche von RIB iTWO bei der modellbasierten Kostenberechnung.

Bildnachweis 3 und 4: Jim Zander.