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Der RIB Nachhaltigkeitsbericht 2025

8 Mai, 2026
10 Minuten Lesezeit
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RIB Nachhaltigkeitsbericht 2025

Zusammenfassung der aufschlussreichen Ergebnisse unserer neuesten globalen Umfrage

Nachhaltige Baupraktiken, verbesserte Energieeffizienz und strategische Materialentscheidungen haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu messbaren Verbesserungen geführt, dennoch bleibt die Architektur-, Ingenieur- und Bauindustrie (AEC) die größte Quelle globaler CO₂-Emissionen und macht im Jahr 2025 34 % der Gesamtemissionen aus.

Um die zugrunde liegenden Ursachen besser zu verstehen und die Hürden bei der Einführung von Embodied-Carbon-Tracking sowie weiterer digital unterstützter Praktiken abzubauen, hat RIB kürzlich zum dritten Mal eine globale Nachhaltigkeitsumfrage durchgeführt, deren Ergebnisse in unserem RIB Nachhaltigkeitsbericht 2025 veröffentlicht wurden. Ergänzend dazu liefern die DACH-Ergebnisse wichtige regionale Einblicke und verdeutlichen, dass sich globale Trends nicht in allen Märkten gleichermaßen widerspiegeln.

In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die Umfrageergebnisse und fassen die umfassenden Erkenntnisse des Whitepapers zusammen. Darüber hinaus betrachten wir einige der Tools und Technologien, die bereits heute dazu beitragen, Ideen in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Nützliche Links ermöglichen den Zugriff auf das vollständige Nachhaltigkeits-Whitepaper sowie auf weiterführende Ressourcen, die Missverständnisse aufklären und das Potenzial von Software und Technologie aufzeigen.

Warum der Fokus auf Embodied Carbon?

Der RIB Nachhaltigkeitsbericht zeichnet ein umfassendes Bild des aktuellen Branchenstatus, basierend auf hunderten Antworten zu Fragen rund um CO₂-Emissionen, Reduktionsstrategien und nachhaltige Projektinitiativen sowie auf vorherrschenden Einschätzungen zur Technologieadoption, zu staatlichen Regulierungen und zu sich verändernden Kundenpräferenzen.

Der Fokus auf Embodied-Carbon-Tracking in unserer Studie war bewusst gewählt. Embodied Carbon, definiert als die Menge an Kohlendioxid (CO2), die durch Baumaterialien und Bauprozesse über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg (vor der Nutzung) entsteht, wird in den kommenden Jahren voraussichtlich die betrieblichen Emissionen aus Heizung, Lüftung und anderen Gebäudesystemen deutlich übersteigen.

Embodied Carbon ist zudem eine Größe, die mithilfe von Technologien wie Building Information Modeling (BIM) sowie moderner Mengenermittlungs- und Kalkulationssoftware messbar, nachvollziehbar und steuerbar ist.

Methodik des Nachhaltigkeitsberichts

Die Ausgabe 2025 unseres jährlichen Nachhaltigkeitsberichts basiert auf rund 440 einzelnen Umfrageantworten von Stakeholdern der Bauindustrie weltweit, fast die Hälfte davon aus dem DACH-Raum. Drei parallel durchgeführte Umfragen im Oktober und November 2025 umfassten mehr als 40 Länder und insgesamt sechs Kontinente. Auftraggeber, Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen, Fachspezialisten und weitere Beteiligte entlang der AEC-Wertschöpfungskette waren umfassend vertreten.

Die Antworten auf unsere 26 Umfragefragen beinhalteten grundlegende Informationen zu Unternehmensgröße und Tätigkeitsfeldern sowie Einschätzungen und Einblicke zu den zentralen Themen, die die Zukunft des nachhaltigen Bauens prägen.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Eine wesentliche Erkenntnis unseres Reports 2025 ist der vergleichsweise geringe Anteil (31 %) an Organisationen, die Embodied Carbon aktiv für ihre Projekte erfassen. In der DACH-Region liegt dieser Anteil mit rund 23 % sogar noch darunter.

Dieser Anteil hat sich seit Beginn unserer jährlichen Umfrage vor drei Jahren kaum verändert. Trotz wachsender Bedeutung des Themas führt das steigende Bewusstsein bislang nicht zu konsequentem Handeln. Unser Nachhaltigkeitsbericht beleuchtet die zugrunde liegenden Ursachen, darunter:

  • Kundennachfrage: 57 % der Befragten nennen „fehlendes Interesse seitens der Auftraggeber“ als einen der Hauptgründe dafür, dass kein Tracking erfolgt. Die Ausrichtung der Branche wird damit weiterhin stark durch kurzfristige wirtschaftliche Anforderungen geprägt. In der DACH-Region zeigt sich hingegen, dass die Nachfrage – insbesondere im öffentlichen Sektor – zunehmend steigt, jedoch noch nicht flächendeckend zu verbindlichen Anforderungen führt.
  • Wahrgenommene Kosten: Auch die Kosten der CO₂-Bilanzierung werden als Hürde für die Einführung gesehen. Diese Erkenntnis zeigt den Bedarf an mehr Aufklärung über die Vorteile von Lösungen wie RIB 4.0 oder RIB iTWO die die Projekteffizienz steigern und gleichzeitig die CO₂-Erfassung nahtlos in bestehende Kernprozesse integrieren.
  • Uneinheitliche Messstandards: Über 40 % der Befragten, die aktuell kein Tracking durchführen, nennen uneinheitliche Standards als zentrale Herausforderung. Dies weist auf eine begrenzte Verbreitung entsprechender Softwarelösungen in einigen Regionen sowie auf Unsicherheiten hinsichtlich Datenquellen, Methoden und Branchenstandards hin.
  • Fehlende klare Anforderungen: Die geringe Nachfrage seitens der Auftraggeber führt zudem zu unklaren oder nicht verbindlichen vertraglichen Anforderungen in Bezug auf Embodied-Carbon-Tracking, was wiederum Verantwortlichkeit und Anreize für Bauunternehmen einschränkt.
  • Fehlende wahrnehmbare Wirkung: 18 % der Befragten, die aktuell kein Tracking durchführen, sind der Ansicht, dass der Prozess nicht zu einer signifikanten Reduktion von Treibhausgasemissionen führen kann. Diese Erkenntnis verdeutlicht ebenfalls den Bedarf an mehr Aufklärung und an konkreten, nachvollziehbaren Ergebnissen.

Wer macht Fortschritte?

Eine der effektivsten Möglichkeiten, die Einführung von Embodied-Carbon-Tracking zu beschleunigen, besteht darin, zu analysieren, wer bereits trackt, und die Faktoren hinter diesen Entscheidungen genauer zu betrachten.

Grundsätzlich zeigt sich, dass größere Organisationen häufiger tracken, jedoch liefern unsere Umfrageergebnisse auch weitere Hinweise und Branchentrends. So geben beispielsweise 70 % der Unternehmen, die Embodied Carbon für alle oder die meisten ihrer Projekte erfassen, an, dass das Erreichen eigener Nachhaltigkeitsziele (und nicht primär die ihrer Kunden) ein entscheidender Treiber ist. In der DACH-Region zeigt sich ergänzend, dass regulatorische Anforderungen, ESG-Vorgaben sowie Ausschreibungslogiken eine noch stärkere Rolle spielen und zunehmend als Treiber für die Implementierung wirken.

Einige dieser Unternehmen möchten ihr Markenimage stärken, während andere ihre internen Richtlinien anpassen, basierend auf:

  • Anreizen in Form von Steuervergünstigungen, Fördermitteln und weiteren Unterstützungsmaßnahmen
  • Ausschreibungs- und Vergabeanforderungen für große staatliche Infrastrukturprojekte
  • Staatlichen Richtlinien und gesetzlichen Vorgaben, die Embodied-Carbon-Tracking vorschreiben

Diese Ergebnisse zeigen sich konsistent über verschiedene Regionen hinweg, wobei Befragte aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten ähnliche Treiber nennen.

Warum Ownership entscheidend ist

Verantwortung und Ownership erweisen sich ebenfalls als zentrale Faktoren für die Umsetzung von Embodied-Carbon-Tracking. Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die Branche mehr zur Reduktion von Emissionen beitragen sollte, während sich gleichzeitig ein deutlich geringerer Anteil persönlich verantwortlich fühlt.

Neben staatlichen Anreizen, Kundennachfrage und kontinuierlicher Weiterbildung ist daher vor allem starke Führung erforderlich, um diese positiven Entwicklungen konsequent zu nutzen.

Zentrale Treiber für Veränderung

Die identifizierten Hürden sowie die Merkmale der bereits aktiven Unternehmen bilden die Grundlage für konkrete kurz- und langfristige Maßnahmen, die im Nachhaltigkeitsbericht 2025 detailliert beschrieben werden:

  • Gesetzgebung: Die regulatorische Wirkung von Offenlegungs- und Berichtspflichten, wie etwa das neue „Carbon Emissions from Buildings (Net Zero)“-Gesetz in den UK, hat das Potenzial, nachhaltige Veränderungen maßgeblich voranzutreiben.
  • Kundenerwartungen: Eine steigende Nachfrage von Kunden, Nutzern und Investoren, die ESG-Kriterien berücksichtigen, wird künftig ein zentraler Treiber für organische Veränderungen sein.
  • Kosteneinsparungen: Mit der zunehmenden Einführung nachhaltiger Softwarelösungen wie RIB 4.0 und RIB iTWO, die Materialeinsatz optimieren, Abfall reduzieren und gleichzeitig Embodied Carbon transparent aufzeigen, werden auch die wirtschaftlichen Vorteile sichtbarer – und tragen dazu bei, bestehende Vorbehalte abzubauen.
  • Weitere im Report genannte Faktoren sind verbesserte Risikomanagement-Ansätze, die Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte sowie kontinuierliche Innovationen – insbesondere im Bereich BIM, cloudbasierter Kollaborationsplattformen und moderner Kostenmanagementlösungen.

Missverständnisse auflösen

Jede nachhaltige Veränderung erfordert auch ein besseres Verständnis und gezielte Aufklärung. Die Ergebnisse unserer Umfrage verdeutlichen dies: So schätzen 18 % der Befragten den Anteil der Bauindustrie an den globalen CO₂-Emissionen auf lediglich 0–20 %, während 8 % von über 60 % ausgehen – im Vergleich zum tatsächlichen Wert von 30–40 %.

Der Bildungsprozess wird in den kommenden Jahren zu einem zentralen Bestandteil organisatorischer Weiterentwicklung; ergänzt durch den verstärkten Einsatz digitaler Tracking-Tools, klar definierte Unternehmensrichtlinien und gezielte Personalentscheidungen zur besseren Ausrichtung von Zielen, Fähigkeiten und Unternehmenskultur.

Erwartungen der AEC-Branche an die Rolle von Technologie

Die Mehrheit der Befragten sieht Technologie als einen der entscheidenden Faktoren für verbessertes Embodied-Carbon-Tracking, auch wenn unterschiedliche Einschätzungen zu den relevantesten Tools und Funktionen bestehen.

Insgesamt wurden mehr als 45 digitale Lösungen genannt – von einfachen Excel-Tabellen bis hin zu komplexen 6D-BIM-Plattformen.

Trotz dieser Vielfalt zeigen sich klare gemeinsame Anforderungen an Softwarelösungen:

  • Automatisierte Mess- und Berechnungsprozesse mit Anbindung an Live-Datenbanken
  • Integration in Projektmanagement-, Planungs-, Kosten- und Beschaffungssysteme
  • Erweiterte Reporting-Funktionen zur besseren Verständlichkeit und Kommunikation
  • Frühzeitige Transparenz bereits in der Planungsphase
  • Szenarienvergleiche zur Bewertung unterschiedlicher Design- und Materialoptionen

Entsprechende Lösungen, die einzelne oder alle dieser Funktionen integrieren, sind bereits verfügbar. RIB Software ist konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und ermöglicht es Anwendern in RIB 4.0 und RIB iTWO, Design- und Materialentscheidungen einfach zu optimieren, geplante CO₂-Werte mit tatsächlichen Ergebnissen zu vergleichen und Embodied Carbon über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg zu verfolgen.

Eine vielversprechende Zukunft für nachhaltiges Bauen

Der Vergleich der Ergebnisse von 2025 mit den Vorjahren zeigt deutlich, dass die Dynamik weiter zunimmt: Strategien zur CO₂-Reduktion, nachhaltige Projektansätze und die breite Erkenntnis, dass weiterer Handlungsbedarf besteht, signalisieren eine zunehmende Bereitschaft zur Veränderung.

Bislang hat diese Entwicklung jedoch noch nicht zu einer stärkeren Nutzung von Embodied-Carbon-Tracking oder zu signifikanten Reduktionen der Anfangsemissionen geführt.

Gleichzeitig bieten Software und Technologie das Potenzial, bestehende Hürden nachhaltig zu überwinden. RIB verfolgt eine klare Vision einer nachhaltigen Bauindustrie, die durch unsere Produkte und Werte konsequent unterstützt wird. Unser jährlicher Nachhaltigkeitsbericht ermöglicht es uns, von unserer Kunden-Community zu lernen und deren Feedback und Ideen kontinuierlich in unsere Lösungen einfließen zu lassen.

Der vollständige RIB Nachhaltigkeitsbericht, mit weiteren Kennzahlen, Erkenntnissen und Schlussfolgerungen, steht ab sofort zum Download bereit.