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Blaupause für zukünftige digitale Infrastrukturprojekte
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JOHANN BUNTE Bauunternehmung gewinnt deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2025
Prämiertes Pilotprojekt – Verkehrsfreigabedrei Wochen früher als geplant
Mit dem Pilotprojekt zur Digitalisierung im Infrastrukturbau auf der B71 zwischen Börde bis Letzlingen, das von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt nach Vorgaben des Bundesmasterplans für Building Information Modelling (BIM) umgesetzt wurde, sicherte sich die JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG im vergangenen Herbst den ersten Platz beim Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2025. Dem Bauunternehmen ist es gelungen, mit einer durchgängig digitalen Arbeitsweise eine Blaupause für zukünftige Infrastrukturprojekte des Bundes zu entwickeln. BUNTE erstellte für die 5,5 Kilometer lange Strecke digitale Bauwerksmodelle des kompletten Streckenkörpers, entwickelte und implementierte die notwendigen Modellinformationen und bearbeitete die Anwendungsfälle Bauablaufsimulation, Baufortschrittsdokumentation, Aufgaben- und Nachtragsmanagement sowie Mengenermittlungsthemen als Grundlage einer digitalen Abrechnung.
Die Maßnahme erwies sich nicht nur als wirtschaftlich: Am Ende konnte die Verkehrsfreigabe sogar drei Wochen früher als ursprünglich geplant erfolgen. Damit hat sich das Bauunternehmen, das auf umfassende Erfahrung im Bereich des Infrastrukturbaus zurückblickt, den Sieg in der Kategorie Innovation und Digitalisierung redlich verdient und einen Beitrag zur wirtschaftlichen Anwendung der BIM-Methode in üblichen Erhaltungsmaßnahmen geleistet.
Von Anfang bis Ende waren die Softwareprogramme RIB Civil und RIB iTWO fester Bestandteil des Projekts. So erstellten die BUNTE-Experten für BIM, Drohnenbefliegung und Vermessung sämtliche Rück- bzw. Neubaumodelle in RIB Civil. Die Bauabrechnung erfolgte in RIB iTWO, wobei Datengrundlagen für die digitale Bauabrechnung im Sinne des Masterplans für Bundesfernstraßen bereitgestellt werden konnten. Für bestimmte Ausstattungsdetails, die in einem zusätzlichen Fachmodell erstellt wurden, kam neben RIB Civil ein weiteres Autoren-System zum Einsatz. Den engen Informationsaustausch anhand der digitalen Modelle stellten darüber hinaus für alle Beteiligten ein Common Data Environment (CDE) sicher.
Konkrete BIM-Workflows für die praktische Anwendung
„Die kooperative Arbeitsweise stand stets im Fokus des Bauprojekts“, verrät Florian Ehmcke, BIM-Koordinator und Kalkulator für den Bereich Verkehrswegebau bei BUNTE. Gemeinsam mit dem BIM-Koordinator und Bauleiter Max Neupert verantwortete Ehmcke, der in der Vergangenheit bereits mit weiteren Projekten und seiner Masterarbeit das BIM-Know-how bei BUNTE erheblich gestärkt hatte, die BIM-Themen bei dieser Baumaßnahme. „Unsere Aufgabe war es, BIM-Ideen und Modelle für die Bereiche Bau und Betrieb entsprechend fortzuschreiben oder auch neu zu erstellen. Wir hatten stets den kompletten Lebenszyklus im Blick. Besonders war, dass es sich hierbei um eine klassische Straßenerhaltungsmaßnahme handelte und somit nicht nur die Neubaumodelle im Fokus standen, sondern auch explizit die Rückbaumodelle vom Straßenbestand“, so Ehmcke
Entscheidend für den Projekterfolg war es, die Projektpartner, das heißt Auftraggeber und Auftragnehmer, beteiligte Planungsbüros und Bauüberwachung, aber auch die öffentliche Hand, aktiv mitzunehmen, sodass die Mehrwerte des digitalen Bauens teamübergreifend erkannt und angenommen werden. Eine entscheidende Rolle spielte zudem das Baustellenpersonal. Hier wurden konkrete Workflows benötigt, die den Mitarbeitenden wirklich weiterhelfen und nicht ausschließlich auf Fachleute aus der BIM-Welt zugeschnitten sind. „Der Schlüssel zum Erfolg ist, dass sich die Software-Nutzenden darauf verlassen können, dass die Funktionalität immer gegeben ist. Und sie somit eine Arbeitserleichterung bei ihren täglichen Aufgaben haben, ohne jedes BIM- oder Softwaredetail kennen zu müssen. Hier ist auch das Einholen von Feedback, gerade beim Baustellenpersonal in vielen Fällen sehr entscheidend, um praktikable digitale Workflows für die Teams zu entwickeln“, resümiert Ehmcke.
Enorme Zeitersparnis durch modellbasierte Abrechnung
Während der Straßenkörper in der Software RIB Civil modelliert wurde, fertigten die Experten bei BUNTE für Ausstattung mit sämtlichen Details ein zusätzliches Fachmodell an. Für spezifische Bauteilinformationen diente ein weiteres Tool. Der Vorteil von RIB Civil: Die Modelle konnten optimal miteinander kombiniert werden. Geschätzt wird beim Bauunternehmen insbesondere auch die Punktwolkenbearbeitung mit Cyclone 3DR von Leica, die stets als sehr gute Basis für weitere Prozesse und Informationen dient. Zudem wird die modellbasierte Abrechnung mit der Software RIB iTWO strategisch weiterverfolgt. Sie gilt perspektivisch als enormes Benefit, um Zeit einzusparen, damit Mitarbeitende gezielt andere Aufgaben vertiefen können.
„Dank dem herausragenden Engagement aller Beteiligten – vom Auftraggeber, der Bauüberwachung, unseren Experten von der Vermessung, den Bauleitern und Schachtmeistern – sowie dank des Vertrauens und Zuspruchs aller weiteren Beteiligten konnten wir einen großen Schritt in Richtung digitale Baustelle gehen. Wir sind auf den Deutschen Ingenieurpreis im Bereich Innovation und Digitalisierung sehr stolz und ohne das großartige Team und der Unterstützung durch RIB-Programme und Experten wäre dies nicht möglich gewesen“, fasst Ehmcke zusammen.
Bildunterschriften:
1. Mit dem Pilotprojekt zur Digitalisierung im Infrastrukturbau auf der B71 zwischen Börde bis Letzlingen, das von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt nach Vorgaben des Bundesmasterplans für Building Information Modelling (BIM) umgesetzt wurde, sicherte sich die JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG im vergangenen Herbst den ersten Platz beim Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2025.

2. Software RIB Civil. Von Anfang bis Ende waren die Softwareprogramme RIB Civil und RIB iTWO fester Bestandteil des Projekts. Der Straßenkörper wurde in der Software RIB Civil modelliert. Die modellbasierte Abrechnung erfolgte mit der Software RIB iTWO.

3. Erarbeitung von Workflows mit den Projektbeteiligten. Eine entscheidende Rolle bei dieser Maßnahme spielte zudem das Baustellenpersonal. Hier wurden konkrete Workflows benötigt, die den Mitarbeitenden wirklich weiterhelfen und nicht ausschließlich auf Fachleute aus der BIM-Welt zugeschnitten sind. V.l.: Bim-Gesamtkoordinator und Kalkulator Florian Ehmcke, Vermessungsingenieur Thorsten Brusch.

Bildnachweis: 1 und 3: JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG. Bild 2: RIB Deutschland GmbH mir freundlicher Genehmigung der JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG.
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