Sicherheit dank High-Tech

Das neue Laborgebäude des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik Ernst-Mach-Institut soll mit Innovationen in der Sensortechnik mehr Sicherheit in Tunneln schaffen. Modernste Technologie sollen die Wissenschaftler bei ihren Forschungen unterstützten. In Konsequenz verzichteten die Beteiligten Unternehmen in Planung und Bau nicht auf High-Tech. Leistungsfähige Software für die Tragwerksplanung ist nicht nur ein unabdingbarer Sicherheitsaspekt, sondern bringt darüber hinaus entsprechend Komfort bei der Planung großer Projekte, wie die Ingenieure von Theobald + Partner berichten.

Neues, 3.700 Kubikmeter großes Laborgebäude des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik in Efringen-Kirchen.

Für den erforderlichen Erdbebennachweis setzte das Büro die abacus-Software GAUS von RIB ein. Alle Schal- und Bewehrungspläne wurden mit ZEICON erstellt.

Von Beratung über Planung und Bauüberwachung bis hin zur Bauleitung, Bestandsaufnahme und zum Controlling: Das im Jahre 1965 gegründete Ingenieurbüro Theobald + Partner Ingenieure GbR deckt ein vielseitiges Leistungsportfolio im konstruktiven Ingenieurbau ab. In über vier Jahrzehnten ermöglichte das im badischen Kirchzarten ansässige Ingenieurbüro die erfolgreiche Realisation neuer Büro-, Forschungs- und Pflegeeinrichtungen, Industriebauten, Verwaltungsgebäude und Wohnungen und unterstützte darüber hinaus Bestandssanierungen mit tragwerksplanerischen Maßnahmen und Gutachten. Jürgen Theobald als beratender Ingenieur ist hauptverantwortlich für die Geschäftsführung des Unternehmens. Im Jahr 1999 eröffnete die Theobald + Partner Ingenieure GbR eine eigene Niederlassung in der Hauptstadt. Zwischenzeitlich beschäftigt das Ingenieurbüro 28 Mitarbeiter und bearbeitet pro Jahr durchschnittlich rund 100 Bauprojekte.




Innovationen der Wissenschaft

Im Juli 2009 feierte das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik Ernst-Mach-Institut in Freiburg nicht nur sein 50-jähriges Bestehen, sondern weihte außerdem sein neues, 3.700 Kubikmeter großes Laborgebäude in Efringen-Kirchen inklusive High-Tech-Tagungsraum ein. Wissenschaftler entwickeln im badischen Efringen- Kirchen nahe Lörrach moderne Sensoren und Sensorsysteme, die später zur Sicherheit in Tunneln eingesetzt werden sollen. Ziel ist, mit Hilfe der neuen Technologie etwa Tunnelbrände zu lokalisieren, deren Ausmaße aufzuzeigen und Schadensbilder zu dimensionieren. Diese Informationen sollen vor allem Rettungskräften bei ihren Einsätzen zugute kommen.

Insgesamt 16 Monate lang – von Oktober 2007 bis Januar 2009 – wurde am Standort Efringen-Kirchen im Auftrag der Fraunhofer Gesellschaft München gebaut. Die Ingenieure von Theobald + Partner wurden mit der Tragwerksplanung sowie mit komplexen Nachweisberechnungen betraut. So erforderte die Baumaßnahme der Forschungseinrichtung einen Erdbebennachweis für die Erdbebenzone 3 mit aussteifenden Wänden. Darüber hinaus war ein Energiesparnachweis durchzuführen. Das vom Architekten Toni Weber aus Freiburg entworfene Bauwerk besitzt ein überstehendes Flachdach mit auskragenden Stahlbetonfertigteilen. Hier sollte eine bauphysikalisch thermisch getrennte Verbindung mit der Decke des Daches hergestellt werden. Dazu kamen diverse Klimageräte mit Stahlträgerrosten auf dem Dach des Laborgebäudes, dessen Baukosten sich auf rund 1,5 Millionen Euro beliefen.

Die Stahlbetonkonstruktion steht auf einer elastisch gebetteten Bodenplatte mit voutenartigen Verstärkungen unter den Stützenlasten. Entlang der Straße wünschten Bauherr und Architekt punktgestützte Flachdecken. Eine weitere Erschwernis war der einseitige Erddruck zur Hofseite hin.

Schnell zum richtigen Ergebnis

Tragwerksplaner Helmut Winkler: “In der Lörracher Region ist stets ein Erdbebennachweis für die Erdbebenzone 3 durchzuführen. Dies erfordert zwingend den Einsatz eines Softwaresystems, um die horizontalen Lasten exakt berechnen zu können. Hier arbeiten wir mit der abacus-Software GAUS aus dem Hause RIB." Helmut Winkler schätzt bei GAUS insbesondere einfache Bedienung sowie die Möglichkeit, sehr schnell Ergebnisse zu erzielen: „Mit Hilfe der grafisch-optischen Kontrolle sind wir außerdem in der Lage, Fehler in der Eingabe sofort ausfindig zu machen und auszumerzen. Viele Programme bieten diese grafische Funktionalität nicht. Das bedeutet, dass wir anhand der Ergebnisse Zahl für Zahl miteinander vergleichen müssen. Diesen Aufwand können wir durch die intelligente Software vollständig einsparen.“

Alle Fotos: Theobald + Partner

Auf Bewährtes bauen

Alle Schal- und Bewehrungspläne erstellte Konstrukteur Heinrich Soppa vom Ingenieurbüro Theobald + Partner mit Hilfe des RIBTEC-Softwaresystems ZEICON. „Seit vielen Jahren setzen wir das RIB-Programm ein, das sich stets in unserem Hause bewährt hat“, berichtet der Konstruktionsexperte. So hat das Unternehmen diverse Makrokataloge in ZEICON angefertigt, auf die es bei verschiedenen Projekten gewinnbringend zugreifen kann. Auf diese Weise können die erforderlichen Pläne besonders einfach konstruiert werden. Bei Industriebauprojekten wie dem Laborgebäude in Efringen-Kirchen konnte Herr Soppa beispielsweise fertige Makros für Detailkonstruktionen verwenden, die nur noch in Einzelheiten anzupassen waren. „Die Kataloge lassen sich sehr einfach pflegen“, erklärt er. „So profitieren wir stets von den Ergebnissen aus früheren Projekten und sparen dadurch viel Zeit bei Neukonstruktionen“, fügt er hinzu.

Geschwindigkeit sowie zeichnerische und rechnerische Genauigkeit bilden die Basis für ein optimales Ergebnis im konstruktiven Ingenieurbau – insbesondere bei komplexen Bauprojekten. Das Know-how der Fachingenieure verbunden mit innovativen, technologischen Systemen führt das Unternehmen dabei sicher zum Erfolg.
 



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