Kostenmanagement digital

Aktuelle Baumaßnahme der Josef Rädlinger GmbH: Neubau der mittelthüringischen B 88 zwischen der B 87 östlich Ilmenau und der B 88 südlich Langewiesen – Los 4. Ende September haben die Bauarbeiten begonnen.

Aktuelle Baumaßnahme der Josef Rädlinger GmbH: Neubau der mittelthüringischen B 88 zwischen der B 87 östlich Ilmenau und der B 88 südlich Langewiesen – Los 4. Ende September haben die Bauarbeiten begonnen.

Rund 360.000 Kubikmeter Erde müssen die Partner Josef Rädlinger GmbH und Bauer GmbH auf der Baustelle bewegen.

Rund 360.000 Kubikmeter Erde müssen die Partner Josef Rädlinger GmbH und Bauer GmbH auf der Baustelle bewegen.

Neues IT-System von RIB hilft, den komplexen Baukostenmanagementprozess zu vereinfachen und gleichzeitig Zeit zu gewinnen.

Neues IT-System von RIB hilft, den komplexen Baukostenmanagementprozess zu vereinfachen und gleichzeitig Zeit zu gewinnen.

Baukostenmanagement. Gewöhnlich eine zeitaufwändige Aufgabe, die viele manuelle Tätigkeiten und eine riesige Menge Papier erfordert. Die in Cham ansässige Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH hat in diesem Jahr ein neues IT-System implementiert, mit dem es das Unternehmen schafft, diese komplexen Prozesse zu vereinfachen und gleichzeitig Zeit zu gewinnen. Einige Arbeitsschritte sind bereits durchgängig optimiert – Tendenz steigend. Wie die Digitalisierung des Kostenmanagements in der Praxis abläuft, hat das Unternehmen anhand einer Infrastrukturmaßnahme, realisiert vom Leipziger Team, veranschaulicht.

Rädlinger GmbH – Technologie im Fokus

Bereits im Jahre 1963 wurden die Grundsteine für die Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH im Cham in der Oberpfalz gelegt. In diesem Jahr gründete Josef Rädlinger sen. eine Kiesbaggerei und ein Fuhrunternehmen. Das Unternehmen ist heute international tätig und beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. Mit Bauleistungen im Verkehrswege- und Ingenieurbau, im Asphalt-, Wasser-, Deponie- und Industriebau gehört die Rädlinger Bauunternehmen GmbH heute zu den führenden mittelständischen Bauunternehmen Deutschlands und ist außerdem in Österreich, in Tschechien und in Rumänien tätig. Um selbst besonders komplexe Bauvorhaben stets im vereinbarten Termin- und Kostenrahmen und in bester Qualität zu realisieren, spielt Hochtechnologie eine wichtige Rolle im gesamten Unternehmen. So besitzt die Rädlinger GmbH nicht nur einen modernen Maschinen- und Fuhrpark, der zu einem Großteil bereits mit GPS-Steuerung ausgestattet ist, sondern setzt auch IT-Systeme für die Abwicklung von Bauprojekten, wie die technische ERP-Lösung von RIB ein.

Infrastrukturmaßnahme in Thüringen

Aktuell nimmt das Unternehmen innerhalb einer Bietergemeinschaft mit dem Partnerunternehmen Bauer GmbH aus Walschleben den Neubau der mittelthüringischen B 88 zwischen der B 87 östlich Ilmenau und der B 88 südlich Langewiesen – Los 4, vor. Ende September begannen die Bauarbeiten am nördlichen Ausläufer des Thüringer Waldes rund 45 Kilometer von der thüringischen Landeshauptstadt entfernt. Circa 14 Millionen Euro investiert das Bundesland in die 6,5 Kilometer lange Haupt- sowie eine 3,1 Kilometer lange Nebenstrecke. Im Sommer des Jahres 2012 sollen die Bauarbeiten, die zusätzlich sechs Brückenbauwerke, zwei Stützwände, zwei Regenrückhaltebecken sowie zwei kreuzungsfreie Anschlussstellen umfassen, abgeschlossen sein.

Rund 360.000 Kubikmeter Erde müssen die Partner auf der Baustelle bewegen, die nahezu unmittelbar an die A 71 angrenzt. „Das Gelände ist sehr bewegt“, erklärt Thomas Krug, Leiter der Leipziger Niederlassung von Rädlinger. „Aus diesem Grund muss das Baustellenteam zwei große Einschnitte in einer Tiefe von circa 14 Metern auffahren und Dämmschüttungen von bis zu 15 Metern Höhe vornehmen.“ Eine weitere Herausforderung: Die Beschaffenheit des Bodens. „Denn in Mittelthüringen kann sich“, wie Bauleiter Hans Brock ergänzt, „je nach jahreszeitlichen Bedingungen, der obere Grundwasserspiegel bis auf das Gelände in der Aue auspegeln.“

Beteiligte Unternehmen und Ressourcen auf einen Blick

Die Baukosten kalkuliert und managt das Unternehmen mit der technischen ERP-Softwarelösung des Stuttgarter Technologieunternehmens RIB. „Bei dieser Baumaßnahme erreichten uns die Ausschreibungsunterlagen des Straßenbauamts Mittelthüringen bereits digital – auf CD“, berichtet Elke Salbreiter, Kalkulatorin bei Rädlinger. Auf diese Weise konnten alle benötigten Informationen für die Erstellung des Leistungsverzeichnisses (LV) direkt im Format Datenart 83 (DA 83) in die RIB-Lösung transferiert werden. Mit Hilfe spezifischer Voreinstellungen innerhalb des IT-Systems, die mit Unterstützung durch Claudia Konrad, verantwortlich für interne Projekte des Unternehmens, realisiert wurden, kann die Kalkulatorin verschiedene Nachunternehmer- und Materiallieferleistungen innerhalb eines LVs auf einfache Weise klassifizieren. „Hierbei arbeiten wir mit speziellen Kurzzeichen für jede einzelne Position“, ergänzt sie. „Die Darstellung innerhalb des Systems bietet uns so eine schnelle und intuitive Übersicht über die beteiligten Unternehmen und für das Projekt benötigte Ressourcen.“

Preisanfragen beschleunigt

Alle Subkontraktoren, die das Unternehmen für eine Maßnahme ausgewählt hat, erhalten ihre Vergabeeinheiten ebenfalls digital im Format DA 83. Elke Salbreiter und ihre Kollegin Simone Fischer, verantwortlich für Preisanfragen bei den Partnern, sind sich einig: Durch die Softwareunterstützung und vor allem durch den elektronischen Datentransfer können Preisanfragen nun deutlich zügiger abgewickelt werden, was sich außerdem auf eine Beschleunigung des Gesamtprozesses Kostenmanagement positiv auswirkt. Auch bei der Preisspiegelerstellung profitieren die beiden Mitarbeiterinnen von der Möglichkeit, digitale Angebote – wenn vorhanden - wiederum über das Format DA 83 an die Software zu übergeben; direkt und ohne manuellen Mehraufwand.

Eigenleistungen in Rekordzeit kalkuliert
Noch schneller geht es bei Eigenleistungen des Unternehmens: Hier existiert ein detailliertes Verzeichnis über den Maschinen- und Geräteeinsatz, benötigte Materialien, Löhne und Gehälter der Mitarbeiter und vorkalkulierte Regelleistungspositionen für den Erd-, Kanal- und Oberbau, das die Mitarbeiter innerhalb des Softwaresystems angelegt haben und kontinuierlich pflegen. Die Positionen sind nach dem Standardleistungskatalog (STLK) analog der Vorgaben für den Straßen- und Brückenbau, herausgegeben von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), hinterlegt worden. „Da die Kollegen zwischenzeitlich sehr routiniert mit dem RIB-System arbeiten, gewinnen wir hier kontinuierlich Zeit bei unseren Kalkulationen“, berichtet Salbreiter. Die Kalkulatorin nutzt außerdem die Möglichkeit, wiederkehrende Leistungen innerhalb des LVs mittels eines Kurztextes zu filtern und prüft diese anschließend im Inhalt, auf Vergleichbarkeit und Mengeneinheiten. Jede im Rahmen einer Baumaßnahme kalkulierte Position erhält einen Filter und ist somit zu jeder Zeit wieder auffindbar und damit wieder verwendbar, wann immer benötigt.

RIB-Software mit Microsoft Office im Zusammenspiel

Für eine optimale Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern profitiert das Unternehmen schließlich von der Option, das RIB-System an Microsoft-Office-Programme anzubinden. Da die Öffentliche Hand beispielsweise bei Nachunternehmerlisten ein spezielles Formblatt vorschreibt, haben die Mitarbeiter einen unternehmensinternen Workflow etabliert, bei dem MS-Excel-Listen erstellt werden. Die Informationen für diese Listen, über die schließlich das benötigte Formblatt für den Auftraggeber generiert wird, werden direkt aus der RIB-Lösung in das Tabellenkalkulationssystem transferiert.

Blick in die Zukunft: verstärkte Digitalisierung
„Freilich sind einige Aufgaben nach wie vor komplex“, weiß der Leipziger Niederlassungleiter Krug. So erhält das Unternehmen beispielsweise noch nicht alle Angebote von Subunternehmern digital. Ebenso werden Materiallisten teilweise noch in separaten Dateien, ebenfalls in Microsoft Excel, gepflegt. Doch die Bauindustrie befindet sich aktuell in einem kontinuierlichen Modernisierungsprozess in Richtung digitales Bauen, sodass das Unternehmen überzeugt ist, schon in naher Zukunft von einer verstärkten Durchgängigkeit der Prozesse profitieren zu können. Parallel werden unternehmensinterne Aufgaben ständig geprüft und optimiert, mit dem Ziel, noch effizienter zu arbeiten. „Bereits zum jetzigen Zeitpunkt haben wir den Baukostenmanagementprozess erheblich beschleunigen können und unsere Effizienz im Rahmen dieser Infrastrukturmaßnahme um 50 Prozent gesteigert“, fasst er zusammen. „Tendenz steigend.“

Beteiligte Unternehmen:

Josef Rädlinger GmbH

Verwendete Softwarelösung:

RIB-Unternehmenslösung Bauwirtschaft

 




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